Anlässlich seines 10jährigen Dienstjubiläums haben wir unseren Pastor Frank Penno in einem kleinen Interview befragt.

Was hat Dich dazu bewogen, Pastor zu werden?
Gegen Ende meiner Schulzeit hatte ich ursprünglich ganz andere Ideen.
Mir schwebte beruflich etwas im Bereich Grafik/Design vor. Dann fragte mich jemand, der mich gut kannte irgendwann völlig überraschend, ob ich nicht Pastor werden wolle. So auf Anhieb konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen. – Sicher, ich habe mich schon damals mehr als andere in meinem Alter für Glaubensfragen interessiert. – Aber Pastor werden? – Irgendwie ließ mich der Gedanke dann aber doch nicht wieder los. Und nach einiger Zeit begann ich mich ernsthaft mit dem Beruf des Pastors auseinanderzusetzen. Ich habe viel gebetet, mit anderen darüber gesprochen, einiges in meiner damaligen Gemeinde ausprobiert und so versucht herauszubekommen, ob das vielleicht doch Gottes Weg für mich sein könnte. – Was mir letztlich Mut gemacht hat diesen Weg dann auch tatsächlich einzuschlagen, waren die vielen positiven Rückmeldungen, die ich immer wieder bekam, wenn ich irgendwo in der Gemeinde etwas machte.
Für mich waren das Bestätigungen von Gott, Hinweise, dass Pastor tatsächlich der Beruf ist, auf den ich zusteuern soll.
Was war Deine erste “Amtshandlung” hier in Uetersen?
Ein Auftritt als Abraham, wenn ich mich richtig erinnere. – Offiziell begann mein Vikariat in Uetersen im September 1999. Aber Kristine Klatt, die Leiterin unseres Kindergartens, hatte mich gefragt, ob ich nicht bereits im Juli beim Schulkindergottesdienst mitmachen könnte. Ich sagte ja. Und so hatte ich einen stilechten Auftritt in einem original saudiarabischen Kaftan als Abraham, der die werdenden Schulkinder und ihre Eltern ermutigte, im Vertrauen auf Gott ins Schulleben zu starten.
Du hast sicherlich viele schöne Erlebnisse hier in der Gemeinde gehabt. Welches war für Dich bisher der bewegendste Moment?
Was mich bisher am stärksten bewegt hat waren die vielen Momente, in denen ich Menschen ein Stück auf ihrer geistlichen Reise begleiten durfte. Ich finde es faszinierend mitzuerleben wie jemand mit Gott in Berührung kommt, Zweifel überwindet, Jesus für sich entdeckt, anfängt zu glauben, Herausforderungen in der Kraft Gottes meistert, Gottes gute Prägung in seinem Leben erfährt. In solchen Momenten zeigt sich für mich ganz besonders die positive und lebensverändernde Kraft des Glaubens, die Menschen befreit und beflügelt.
Gibt es etwas, was Du an der CKU besonders schätzt?
Als meine Frau, Insa, und ich nach dem ersten Kennlernabend mit der damaligen Uetersener Gemeindeleitung zurück nach Hamburg fuhren hatten wir den Eindruck: Das passt. Ich hätte nicht genau sagen können, was es ist. Aber irgendwie stimmte die Chemie. Wir spürten: Hier ist unser Platz. Inzwischen sind 10 Jahre vergangen. Vieles hat sich verändert.
Aber der Eindruck ‘hier ist unser Platz’ ist geblieben. Und wenn ich überlege, woran das liegt, dann sind es ohne Frage die Menschen, die das Klima in dieser Gemeinde prägen: Mit begegnet so viel Wohlwollen und Unterstützung, Offenheit, Interesse, Vertrauen. Ich schätze das sehr und mir scheint nicht nur ich, denn in den letzten Jahren sind eine ganze Reihe von Menschen dazugekommen, die diese Gemeinde auch so erlebt haben.
Welche biblische Person bzw. Geschichte beeindruckt Dich und hat Dich in Deinem Denken und Handeln vielleicht auch ein Stück weit geprägt?
Das, was mich an der Bibel beeindruckt und prägt, hängt nicht so sehr an einzelnen Personen oder Texten. Was mich fasziniert ist die Erfahrung, dass ich diese uralten Texte lese und immer wieder spüre, dass Gott mir dadurch etwas zu sagen hat. Immer wieder entdecke ich neue Facetten, die mich herausfordern. Immer wieder spüre ich wie ich aus den Texten der Bibel Kraft schöpfe. Je länger ich mit der Bibel lebe, desto intensiver erlebe ich die wohltuende Prägung, die sie in meinem Leben entfaltet.
Wenn Du Deine Einstellung und Ideale von vor zehn Jahren mit heute vergleichst: Hat sich hieran durch Deinen Dienst in der CKU etwas in besonderem Maße verändert?
Ja, durchaus. Wenn ich zurückschaue hat sich eine Menge verändert. Auch in meinen Einstellungen und Idealen. – Ein Thema, das mich z.B. seit einigen Jahren bewegt ist die “Gnade Gottes”. Lange Zeit war das für mich nur irgendeine theologische Vokabel. Aber irgendwann habe ich angefangen zu realisieren, dass diese unverdiente und wohlwollende Zuwendung Gottes, die Gnade genannt wird, etwas unglaublich Befreiendes hat – nicht nur für Menschen zu neutestamentlicher Zeit, sondern auch für uns moderne Menschen, die das Leistungsdenken unserer Gesellschaft so sehr verinnerlicht haben. Gott fragt nicht nach unserer Leistung, auch nicht nach unserer frommen Leistung. In seinen Augen sind wir einfach so wertvoll und wichtig. Und seit dem bin ich dabei zu versuchen das zu verinnerlichen und damit zu leben. Auch wenn ich da sicher noch einige zu lernen habe, merke ich doch, dass meine Art zu glauben und zu leben dadurch bereits wesentlich entspannter und weiter, gleichzeitig aber auch tiefer und intensiver geworden ist.
Welche Ziele hast Du Dir für die Zukunft gesteckt?
Ich denke, das große Ziel ist uns von Gott gesteckt: Wir sprechen von der “missio dei”, der Mission Gottes. Als Christen haben wir die Aufgabe, das, was Gott in Jesus begonnen hat weiterzuführen, nämlich seine Liebe in diese Welt zu tragen. Herausfordernd daran ist, dass sich unsere Welt ständig verändert. Und so stehen wir immer wieder vor der Aufgabe, neu zu buchstabieren, was das heißt und wie das geht, Gottes Liebe in diese Welt zu tragen. Und zwar so, dass die Menschen das auch verstehen können und einen Zugang zum Glauben an Jesus Christus finden können. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, dass wir gemeinsam als Gemeinde diese “misso dei” leben. Dass Gottes Liebe auf eine ganz natürliche Weise, durch die Art und Weise wie wir reden und handeln spürbar wird und in unserem Umfeld Kreise zieht.

