Gedanken zur Jahreslosung 2011

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

Leichter gesagt als getan: Ich bin wütend! Ich bin sauer! Ich fühle mich ungerecht behandelt!

Für den anderen fallen mir nur die übelsten Schimpfwörter ein. Wie ein brüllender Löwe laufe ich in meinem Schlafzimmer hin und her. Ab und zu werden Klamotten mit viel Energie auf den Boden geworfen. Ich fühle mich wie ein brodelnder Vulkan, der kurz davor ist auszubrechen und alles mit heißer Lava zu verbrennen.

Was kann ich tun? Wenn ich dem anderen jetzt begegne, weiß ich genau, was passiert. Aus meinem Mund werden wütende, selbstgerechte und harte Worte strömen – die kaputt machen, was mit viel Zeit und Liebe aufgebaut wurde. Ich werde die Worte nicht zurücknehmen können. Eine leise Stimme warnt mich: Die Zunge aber kann keiner der Menschen bändigen; sie ist ein unstetes Übel, voll tödlichen Giftes. Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bild Gottes geschaffen worden sind. (Jak 3, 8+9)

Irgendwo im Hinterkopf kenne ich die Lösung: Überwinde das Böse mit Gutem. Vergib… Lass los… Tränen der Wut laufen mir über das Gesicht. Das ist nicht gerecht! Das hat der andere nicht verdient! Ich bin fast wütend auf Gott für diese unmögliche Forderung. Die nächste Jeans wird auf den Boden geschleudert. Es folgen weitere Minuten des verbissenen Wanderns…

Es gibt nur einen Weg: In Gottes Arme hinein. Ich weine vor ihm. Er kennt die Stellen, die mir weh tun. Er kennt auch meine Ungerechtigkeit. Trotzdem liebt er mich. Ich werde zutiefst dankbar und weine noch mehr. „Herr, heile mich. Diese Wut zerstört mich und alles, was mir lieb ist. Vergib mir.“

In meiner Bibel liegt ganz vorne ein Blatt mit Bibelversen, das ich jetzt brauche:

  • Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. (Phil 2, 13)
  • Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. (1. Joh 5, 4)
  • [Der Glaube daran, dass Gott in mir das Wollen und Vollbringen wirkt.]
  • Seid nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lk 6, 36)
  • Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund. Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat! Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen. Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr! Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist! (Kol 3, 8 -14)
  • Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus. (Eph 4,15)

Gott ist gut. Er hält sich an sein Wort: Er bewirkt den Wandel in mir. Der Sturm legt sich, eine große Ruhe und Dankbarkeit breiten sich in mir aus.

Es folgt ein liebevolles, versöhnendes und konstruktives Gespräch mit dem Anderen.

Gott ist so gut. Er bewahrt mich und meine Mitmenschen vor mir selbst. Sein Geschenk an mich ist ein neuer Mensch sein zu dürfen – ein neues Leben.

 

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