Wenn du es nicht ohnehin am eigenen Leib erfährst, dann genügt ein Blick in die Nachrichten um zu spüren: Neben allem Guten gibt es auch viel Böses in der Welt. – Wie gehst du damit um? Wie reagierst du, wenn dir Böses begegnet? Sagst du: "Na warte, das zahle ich dir heim!"? Erduldest du es einfach, weil du keine Möglichkeit siehst, etwas dagegen zu tun?
Paulus empfiehlt in einem Satz, der als Jahreslosung, also als eine Art Motto für das Jahr 2011 ausgewählt wurde etwas anderes: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" (Römer 12,21)
Aber was soll das heißen? Sollen wir z.B. in unserer Gesellschaft dazu übergehen, zu Selbstmordattentätern, Verbrechern oder anderen feindseligen Mitmenschen gut zu sein und auf Strafe zu verzichten? – Das ist nicht die Richtung, in die Paulus denkt. Für ihn bleibt es Aufgabe des Staates Straftaten zu verfolgen und zu ahnden (nachzulesen in Röm 13,1-7).
Ihm scheint es mit diesem Appell eher um die persönliche Ebene zu gehen: Du kannst dich dafür entscheiden auf Böses nicht mit Bösem zu reagieren. Paulus ist der Überzeugung: Wenn Gottes Liebe in dir wohnt, dann brauchst du nicht mehr auf Böses, dass dir geschieht, mit Bösem zu reagieren. Du kannst auch der Liebe Gottes Raum geben und dem Bösen mit Gutem begegnen. Und wenn du das tust wirst du in deinem Umfeld Akzente setzen.
Natürlich ist das alles andere als einfach einen solchen Schritt zu wagen. Und natürlich ist unser Leben nicht einfach schwarz oder weiß. Und die Frage "Was ist denn hier jetzt gut und was ist böse?" ist nicht immer so leicht zu beantworten, weil wir uns oft in Grauzonen bewegen.
Trotzdem bleibt die Herausforderung, die Paulus hier stellt: Einen anderen Weg das Böse wirklich zu überwinden gibt es nicht. Es geht nur durch das Gute.
Also: Wie ist das, wenn dir das nächste Mal Böses begegnet: Wagst du es bei aller Unsicherheit und Unvollkommenheit, aus dem üblichen Denken auszubrechen? Dem Bösen mit Gutem zu begegnen? Dem Angriff die Liebe Gottes entgegen zu halten?
Ich wünsche dir für das vor uns liegende Jahr 2011, dass du die Erfahrung machst, dass es tatsächlich gelingt.
Frank Penno

