„Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Matthäus 6,21)

Wenn ich diesen Vers lese, habe ich Dagobert Duck vor Augen, wie er sich in seinen Geldmassen badet. Unermesslich viel Geld hortet er in seinem Riesentresor, zeigt sich aber sonst als echter Geizhals. Seinen Reichtum zu bewahren, ist sein Ein und Alles. Natürlich sind wir alle nicht wie Dagobert Duck. Aber wenn es ums Geld geht, haben wir unsere besonderen Vorlieben.

Jesus legt mit seinen Worten den Finger auf einen wunden Punkt in unserem Leben. Egal, ob wir viel oder wenig besitzen: Das, was wir haben, ist uns oft sehr wichtig. Jesus verurteilt nicht, dass wir etwas besitzen oder sogar reich sind. Jesus und seine Jünger leben selbst von der Unterstützung wohlhabender Frauen (Lk 8,1-3). Und der reiche Jüngling disqualifiziert sich nicht dadurch, dass er reich ist. Sein Problem ist, dass er nicht bereit ist, um Jesu willen seinen Reichtum aufzugeben (Mk 10,17-22). Das, was wir haben – oder nicht haben und unbedingt haben wollen – wird dann zu einem falschen Schatz, wenn es uns wichtiger ist als alles andere. Unser Denken kreist um unseren Schatz. Alles andere ist zweitrangig.

Jesus weiß um diesen Schatz in unserem Leben. Er möchte uns davon frei machen, dass unsere Gedanken und Gefühle nur noch um die Frage kreisen, wie wir unseren Schatz festhalten können. Jesus will uns befreien für die Liebe – dafür, dass unser Herz offen wird für Gott und für die Menschen um uns herum. Darum geht es in der Bergpredigt Jesu: Wir leben dann ganz erfüllt als Menschen, wenn wir das Liebesgebot Jesu umsetzen: Liebe Gott und lieben Deinen Nächsten wie Dich selbst! Das ist Sinn und Ziel unseres Lebens. Von daher können wir uns fragen, wie wir unseren Besitz so einsetzen können, dass diese Liebe deutlich wird.

Das können wir auch auf andere Schätze anwenden, die unser Leben bestimmen. Für manche ist ihr Hobby oder ihre Familie oder ihr Beruf zu ihrem Lebensschatz geworden. Vom Reich Gottes her können wir fragen, wie wir diese Vorlieben einsetzen können, um das Liebesgebot Jesu zu leben. Das, was uns unermesslich wichtig ist, ist deswegen nicht grundsätzlich schlecht. Es kann etwas Gutes sein, das wir aber zu wichtig nehmen. Das Gute wird dann zu einem falschen, „irdischen Schatz“, wenn wir es für unser Leben absolut setzen. Aus unseren irdischen Schätzen, die in der Ewigkeit Gottes verrotten, können himmlische Schätze werden, wenn wir sie für Jesus einsetzen. Jesus lädt uns dazu ein, falsche Schätze loszulassen und unser Leben immer wieder neu für Gott und die Menschen zu öffnen. Dann werden wir glücklich sein, glücklich für die Ewigkeit.

Elstal, 12.5.2011
Michael Kißkalt

Michael Kißkalt ist Dozent für Missiologie am Theologischen Seminar Elstal (FH) und Referent für Evangelisation im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (K.d.ö.R.).

Quelle: Theologischen Seminar Elstal (Fachhochschule) mit freundlicher Genehmigung

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