Auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. (Römer 8, 21)

Wenn wir diesen Losungstext für Februar 2011 im Zusammenhang im achten Kapitel des Römerbriefes lesen, dann stoßen wir auf den Vers 18: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ Eingänglich ist auch der Vers 35: „Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?“ Es geht im gesamten Kontext letztlich darum, dass die Leiden hier auf der Erde irgendwann ein Ende haben werden und wir uns auf das ewige Leben bei unserem Herrn im Himmelreich freuen können.

Nun geht es uns hier in Deutschland materiell recht gut, ich glaube, das ist auch bei den meisten in der Uetersener Christuskirche der Fall. Wir müssen keinen Hunger leiden oder uns in anderer Form Sorgen um das tägliche Überleben machen. Vielmehr haben viele von uns sogar eigene Häuser und ein oder mehrere Autos. Im Gegensatz zum größten Teil der Weltbevölkerung leben wir in einem unvorstellbaren Luxus mit Zentralheizung, Strom, jeder Menge Unterhaltungselektronik und einer im internationalen Vergleich immer noch sehr guten sozialen Absicherung.

Auch sehen wir uns als Christen in Deutschland keiner Verfolgung ausgesetzt. In vielen Ländern dieser Welt werden Christen heute noch geächtet und bekämpft, Nordkorea, Iran und Afghanistan sind nur einige wenige dieser Staaten.

Es geht uns also richtig gut. Eines der wenigen nicht kalkulier- und versicherbaren Risiken für unser schönes Leben hierzulande sind schlimmere Krankheiten. Nicht so greifbare Gefahren wie Inflation, ein erneuter großer Bankencrash, vielleicht ohne staatlichen Auffangschirm, oder ein folgenschwerer Zwischenfall in einem Atomkraftwerk wollen wir meist nicht sehen oder wahrhaben. Heutige Generationen können sich, glaube ich, nur sehr selten vorstellen, wie es ist, wenn man im Leben nur noch den Glauben an Jesus und die Zukunft bei ihm hat, wenn einem all das, an dem wir heutzutage Freude haben, genommen wurde. Ich lausche gern den Erzählungen älterer Verwandten, die während des Zweiten Weltkrieges selbst mitgekämpft haben oder durch Vertreibung, Flucht und Enteignungen ihre Heimat und all ihr Hab und Gut verloren haben. Sie hatten es wirklich erlebt, sie hatten nichts mehr, nur noch den Glauben an Gott.

Aktuell kommt es mir eher so vor, dass wir heute das Problem haben, dass uns zuviel von Gott ablenkt. Wir haben zu viele Möglichkeiten. Vielleicht passen wir uns häufig auch viel zu stark an die Gesellschaft an. Wir müssen lernen, die Prioritäten in unserem Leben immer wieder richtig zu setzen, Akzente zu setzen. Letztlich kommt alles was wir haben und auch was wir können von Gott. Und natürlich dürfen wir auch dankbar genießen, dass wir es so gut haben. In unserer Gesellschaft wird uns suggeriert, dass wir es in diesem Leben zu etwas bringen müssen. Dieser Monatsspruch macht aber sehr gut deutlich, dass alles auf der Erde, das Leid aber auch das Schöne und Verführerische, vergänglich sind. Dieses Leben ist nur ein ganz kleiner Teil, nur eine Durchgangsstation, auf dem Weg zum ewigen Leben bei Gott. Selig ist, wer für die ewige Zukunft vorsorgt.

Detlef Sohn

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